Fragmente von Prag an den Bodensee – ABREISE

Noch zuhause. Naja – zuhause … ich bin in meinem Lebens schon so oft umgezogen, dass ich mit dem Begriff zuhause inzwischen flexibel umgehe. Und doch bin ich froh, dass ich noch nicht unterwegs bin. Ich habe ein flaues Gefühl im Magen, wenn ich an die kommenden Tage / Stunden denke … dieses Gefühl lässt mein Herz schneller schlagen. Bekomme einen Schweißausbruch. Vielleicht liegt’s ja aber auch daran, dass es heute wieder besonders schwül ist und der angekündigte Regen gestern, dann doch keiner war …

Ich bin am Packen. Wie immer zu viel. Panik. Panik, dass ich etwas vergesse. Panik, dass ich besser etwas vergessen sollte, damit das Pedelec nicht so schwer beladen ist. Panik, dass ich das was ich vergesse doch brauchen könnte und es vielleicht besser wäre etwas anderes zu vergessen.

Ich beruhige mich wieder. Lass meinen Blick nach draußen schweifen … draußen ist es heiß und hell. Wie es wohl ist, wieder unterwegs zu sein ….?

Diesmal habe ich mir eine schwierigere Strecke ausgesucht, die dennoch gut zu meistern sein müsste, wenn … ja wenn ich zwei gesunde Knie hätte … wenn ich 30 Kilo weniger wiegen würde … wenn ich 20 Jahre jünger wäre … wenn ich nicht Gepäck und Ausrüstung für 3 Wochen mitnehmen würde … wenn … wenn … Panik!

So fühle ich mich bereits seit mehreren Tagen. So geht es mir immer vor der Abreise. Ich weiß noch wie es war  .. .  vor ca. 20 Jahren …. als ich mich auf Südamerika vorbereitete …. ich hätte am Liebsten Allen entgegen geschrien, dass ich hierbleiben will, dass irgend jemand mich zurückhalten soll, dass ich Angst habe so weit weg alleine auf mich gestellt zu sein und nie-nie irgendwo anders hin will, als zuhause zu bleiben …. Zuhause …. Noch zuhause …

Ich packe dennoch .. überlege, wie ich das Gepäck verteile … wohl wissend, dass ich die nächsten Tage das Gepäck noch öfter umladen werden, bis es passt … wohl wissend, dass ich das Eine oder Andere zurücklassen werde, weil ich vor lauter Panik auf alles vorbereitet sein wollte und dann feststelle, dass ich besser darauf verzichte ….

Ich mag die Tage vor der Abreise nicht ….

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4 Replies to “Fragmente von Prag an den Bodensee – ABREISE”

  1. Marion Maier sagt:

    Wow, ich bin beeindruckt. Gerade die bewusste Wahl, keine Objektivverzerrungen zu korrigieren oder das Bild vertikal und senkrecht auszurichten, gefällt mir. Ich finde, gerade das macht die Dynamik der Szene aus. Auch wir Menschen besitzen keinen symmetrischen Körper. Daran dürfen wir uns orientieren. Ich habe nur einen Teil deiner Arbeit angesehen und gerne nehme ich mir Zeit, auch die anderen Fotoserien auf mich wirken zu lassen. LG, Marion

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  2. Gabriele Clausen sagt:

    Du schaffst das schon, das ist doch nicht das erste Mal. Gruß aus Wuppertal , Gaby

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  3. werner koschnick sagt:

    Kopf hoch wird schon schief gehen, oder so ähnlich schreibt man doch in so einen Fall, oder??? Robert ist ganz einfach Reisefiber. Alles Gute und viel Glück bei Deiner Fahrt.

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