Fragmente von Prag an den Bodensee –  PRAHA Tag 1

Kopfsteinpflaster-Straßen sind laut. Vor allem nachts in einer Großstadt. Wache dennoch oder deswegen um fünf Uhr bereits auf. Manchmal hasse ich es Frühaufsteher zu sein.

Um sieben bin ich dann unterwegs. Mit der Straßenbahn. Linie 14 führt relativ ins Zentrum.

Ziehe durch die Straßen. Sehe einiges, dass zu fotografieren sich lohnt. Suche die Karlsbrücke. Auf dem Stadtplan steht leider etwas in einer mir total fremden Sprache. Ok – bei italienisch verstehe ich so ein Viertel. Im Kontext etwas mehr. Aber hier. Hier kann ich mit den Wörtern überhaupt nichts anfangen. Das mir als Österreicher. Wo doch ein Viertel der Österreicher (oder so) TschechINNen sind. Bis auf den Strache. Dem sein Urgroßvater hies wahrscheinlich StrachINSKY und war Pole. ( ACHTUNG: FAKE NEWS)

So ein Blödsinn. habe mich für die falsche Brücke entschieden. Und meinen Reserveakku habe ich auch im Zimmer. Sch…

Suche ein Fotogeschäft und kaufe mir noch einen Akku. Kostet cirka zehn Euro weniger als bei uns. Werde übermütig und lass mir noch ein Ladegerät dazu geben. Jetzt ist die Ersparnis wieder futsch. So funktioniert es mit den Sonderangeboten.
Kopsteinpflaster ist nicht nur der Feind meines Schlafes. Ist auch der Feind meiner Knie. Brauch eine Pause. Finde einen Rosengarten. Ideal zum Verweilen. Schön ruhig. Krame nach meinem e-book-reader. Lese von Cheryl Strayed „Der große Trip“. Bereits zum dritten Mal. Ich mag solche Bücher.

Suche immer noch die Karlsbrücke. Versuche dabei jedoch die großen Touristenströme zu vermeiden. Entdecke dabei zwar interessante Winkel. Nur nicht diese Brücke.

Habe Hunger. Etwas Abseits entdecke ich ein Restaurant, das Wild anpreist. Da kann ich nicht widerstehen. Dazu noch mein erstes tschechisches Bier. Perfekt! Für den Moment ist mir jede Brücke egal.

Fahre mit der Straßenbahn wieder zu meinem Host. Die Karlsbrücke habe ich von Weitem gesehen. Aber ähnlich der Rialto in Venedig – da waren mehr Smartphones drauf als in Österreich in einem Jahr verkauft werden. Drum bin ich umgekehrt. Jetzt weiss ich wie ich hinkomme. Das reicht mir jetzt mal.

Kurzer Nap. Akkus aufladen. SD-Karte wechseln. Die Erste ist voll. Duschen. Dann wieder los.

Hagel, Blitz und Donner. Bin für eine halbe Stunde auf einem vietnamesischen Markt gefangen. Ok … Mein Vietcong-Abenteuer hatte ich jetzt auch.

Mit der Straßenbahn Richtung Prager Burg. Endlich dort, wo ich es mag. Kleine, teilweise schäbige Gassen. Zunächst kaum Touristen. Dann immer mehr.

Ha – die Karlsbrücke. Wende mich ab. Ist mir immer noch zuviel los.

Dem Knie geht’s besser als am Vormittag. Habe es eingerieben und Schmerzmittel genommen. Habe auch die Waden massiert.  Danach ist es oft besser.

Wähle den Weg hoch zur Burg. Da geht es nicht weiter. Polizeisperre. Jedes Fahrzeug wird kontrolliert. Mit Motorhaube öffnen und Spiegel unterm Auto und so. Mich halten sie nicht an. Aber gleich dahinter nochmals Polizei. Wende mich ab und wähle eine Seitengasse. Zur Burg geht’s heute wohl nicht hoch. Was wohl los ist?

Dann doch: Karlsbrücke. Tolles Ding. Mag die vielen Straßenkünstler dort. Aber etwas leerer wäre mir lieber.

Gehe an ein paar Jazzlokalen mit Livemusik vorbei. Leider alle bereits so gut wie voll. Dann geh ich Morgen in eines. Prag ist für seine Jazzszene bekannt. Absolutes Muss bei einem Pragbesuch!!

Tagesausklang. Ein Pilsener und aus einem nahen Jazzclub entsprechende Musik. Ein guter Tag geht gut zu Ende.
 

One Reply to “Fragmente von Prag an den Bodensee –  PRAHA Tag 1”

  1. Werner koschnick sagt:

    Spannend erzählt und gib Obacht auf’s Knie.
    Alles Gute

    Gefällt 1 Person

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