Fragmente von Prag an den Bodensee –  LIPNO nach GALLNEUKIRCHEN 

Dieses Luxusapartement ist jetzt Geschichte. Ich hatte jedenfalls Gelegenheit alle meine Sachen wieder zu trocknen. Als ich auschecken will kommt die Dame der Rezeption und fragt, ob ich noch einen Kaffee will. Gratis. Bei diesem Angebot musste ich schwach werden. Kurzerhand Abfahrt um eine halbe Stunde nach hinten verschoben. Wir haben dann versucht zu plaudern. Schwierig. Sie spricht kaum Englisch und nur wenig Deutsch. Auf Tschechisch kann ich leider nur „Pivo“ und sonst nix. (Aber das perfekt). Zum Abschied hat sie mich dann umarmt. Hä .. ? War leicht verwirrt. Hoffe sie hat nichts mißverstanden von dem was ich zuvor sagte … 😉

07:40 Uhr. Fahre los Richtung Österreich und Linz. Strecke verläuft nah am See. Bin immer noch etwas von den vorigen Tagen mitgenommen. Muskeln sind verhärtet. Kann mich also vorerst etwas locker fahren.

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Přední Výtoň und im Hintergrund der Stausee Lipno

Verlasse den Stausee. Prompt geht’s wieder aufwärts. Mit dem Verlauf des Höhendiagramms vor Augen mache ich mir heute wenig sorgen. Bin gut unterwegs. Frisch ist jedoch etwas anderes.

Kurz nach neun passiere ich die Grenze. Österreich!

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In meinem Besitz befinden sich noch etliche Kronen. Werde ich zu einem miesen Kurs wechseln müssen. Egal. Muss ich jetzt so nehmen.

Wären mir die Kronen unterwegs ausgegangen, da hätte es auf Kilometer keinen Bankomaten gegeben. Euronen habe ich auch nicht so viele dabei. Damit wäre ich nur beschissen worden. Es reicht mir bereits die Sache mit dem Trinkgeld. Ich habe einfach kein Gefühl dafür in Fremdwährung Trinkgeld zu geben. Einerseits wird ein bestimmter Prozentsatz erwartet (in Tschechien wird meist Aufgerundet auf den nächsthöheren Betrag; zur Orientierung gibt man ca. 10%). Andererseits … umgerechnet in Euro ist der Betrag dann so gering, dass ich dann immer noch was drauflege. …. ;-).

Wen es interessiert: aktueller Kurs CZK zu EUR

Abschliessend zu Tschechien: Informationen und Benimmregeln für Tschechien 

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Es läuft gut. Nehme es gemütlich. Muss ja heute nur bis Linz. Keine 80 Kilometer. Das Meiste abwärts. Es wechseln Auf- mit Ab-Passagen. Nur die Strecken bei denen es abwärts geht sind deutlich ausgeprägter.

Beginne mir Sorgen zu machen über die singenden Schleifgeräusche der hinteren Bremsen. Durch den einen Sturz die Scheibe etwas verbogen? Abgefahren kann nicht sein. War zwei Wochen vor Abfahrt beim Service und hatte denen gesagt, dass ich eine längere Tour vor mir habe. Ausserdem erst im Januar neue montiert. OK. Werde ich in Linz reparieren lassen. Neuer Ständer macht auch Sinn.

Es geht immer mehr abwärts. Die Bremsen singen immer öfter. Die Bremswirkung lässt nach. Spürbar. Beginne nervös zu werden. Fahre vorsichtiger.

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Passiere Bad Leonfelden.

Versuche per AIRbnb nochmals zu einem Host in Gallneukirchen Kontakt auf zu nehmen. Hatte ich eigentlich reserviert, doch irgendwas funktionierte nicht. Muss ich später nochmals versuchen.

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Passiere weitere Ortschaften. Die Namen sagen mir nichts. Habe nur mehr die Hoffnung, dass ich die Abfahrten gut mit meinen Bremsen schaffe. Bei längeren Abfahrten mach ich eine kurze Trinkpause. Die Bremsen können dann abkühlen. Der Gegenwind hilft mir. Mit der Zeit wird er  aber böig. Weniger gut. Es wird dunkler. Gewitterwolken. Das nicht auch noch! Bitte kein Gewitter.

Endlich über Umwege der Kontakt mit dem Host. OK. Zimmer passt. Auch für zwei Tage. Will mir ja Linz anschauen und das Rad muss repariert werden.

Die Abfahrten in Kombination mit einigen Kurven lassen mich sehr konzentriert fahren. Erreiche Spitze etwas über 60 km/h. Das ist bei einem voll beladenen Bike nicht so wenig.

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Unverhofft sehe ich das Schild Gallneukirchen. Was schon da? Angekündigt bin ich für 16:00 Uhr. Bereits um 13:20 Uhr komme ich an. Heilfroh. Bremsen haben zum Schluß jede Minute gesungen.

Überrasche mit meiner frühen Ankunft meine Gastgeber (Margit und Richard). Beide sehr freundlich, offen und zuvorkommend. Fühle mich auf Anhieb äußerst wohl. Kann ich absolut empfehlen. Verstehe nicht, warum nur so wenig Gäste bisher hier gewesen sind. Muss daher die Werbetrommel rühren. Hier der Link zu ihrem HOST.

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Gegen Abend erkunde ich die Gegend. 

Dunkle Gewitterwolken ziehen abermals  durch. Windböen versuchen mich aufzuhalten. Nicht mit mir. Habe den Zusatz-Kick in Form eines Motors.

Dicke Tropfen fallen. Nur Kurz. Hoffe auf ein Gewitter und stelle ein Stativ auf für die Kamera. Erweist sich als nette, jedoch zwecklose Übung. Das Gewitter zieht vorbei.

Margit und Richard sind hervorragende Gastgeber. Ich unterhalte mich prächtig mit beiden und kann diesen Host aufgrund der Offenheit und Herzlichkeit nur empfehlen!

Und JA – hier ist es wirklich ideal als Ausgangsbasis für leichte bis mittlere Bikingtouren in der Umgebung. Insofern, dass auch ein kurzer Ausflug nach Linz immer eine gute Option sein kann. Daher nochmals: Hier der Link zu ihrem AirBnB-Account.

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