Streetphotography / Kay von Aspern

Was ist Streetphotography?

Der lang erwartete Workshop mit Kay von Aspern in Wien beginnt mit dieser Frage. Ich besuche meinen ersten FotoWorkshop (Freitag Abend bis Sonntag Abend) und hoffe mein Repertoire zu erweitern, weitere Schritte zu setzen meinen Stil zu verfeinern (oder gar über den Haufen zu werfen) und natürlich auch auf jede Menge gute Fotos, die ich dann im Blog zeigen kann. Daher dachte ich mir eine Erweiterung dieser Frage:

Was ist gute Streetphotography?

Ich erfahre jedenfalls was Streetphotography sein kann. Sein könnte.

Die Grenzen sind fließend und je nach Zugang sehr stringend oder total offen. Die Puristen definieren sich über den shot aus der Kamera, der ohne Bearbeitung einen Menschen im urbanen Raum zeigt. Bei anderen reicht es, wenn menschliche Spuren vermittelt werden, um dann in der Nachbearbeitung entsprechend herausgearbeitet zu werden.

Zunächst zu Kay. Sobald er beginnt zu sprechen wird klar: ein Ur-Wiener steht mir nicht gegenüber. Vielmehr ein Nordlicht, dass auch nach x Jahren dem wienerischen nicht allzu mächtig scheint. Sein Vortragsstil zeichnet sich durch Klarheit und Lockerheit aus. Kay hält sich nicht lange mit irgendwelchen Fotografischen Theorien auf, sondern bringt sofort Beispiele aus der Praxis. Wir bekommen Einblicke in mehrere Größen der Geschichte und deren Zugang zum Street.

Zum Vortragsende dann die „Größe“ des Workshops. Kay selber. Seine Streets zeichnen sich für mich durch das humoristische und überraschende Element aus. Es sind so die „Hä?“-Momente, die durch Kays Streets hervorgerufen werden. Kay veröffentlicht fast nur in Farbe. Mit wenig Bearbeitung und wenn nötig mit dezentem Crop.

Und genau deshalb hatte ich ihn ausgesucht. Derzeit beschränke ich mich meist auf Schwarz/Weiß, mit stärkeren Kontrasten, leichter Tonung, Silhouetten oder Elementen, die auch grafisch wirken. Ich merke, dass ich damit noch nicht dort bin wo ich hin will. Wobei mir solche Fotos immer gefallen werden und ich solche Fotos auch weiter machen will. Auch wollte ich einmal sehen, wie ein Anderer seine Streets angeht. Wie er sich vorbereitet und welche Locations er aufsucht, aber auch wie er mit dem Thema Bildbearbeitung umgeht.

Samstag, der 25. Mai 2019 / Tag 2

Samstag Vormittag. Auf Fotopirsch. Wir sind eine kleine Gruppe. Gut so. Kay begleitet jeden von uns etwa eine Stunde. Wo wir uns aufhalten will ich jetzt nicht verraten. Nur soviel: die Locations sind perfekt. Bernhard als Erster. Ich gehe meiner Wege. Dann Rosmarin. Dann ich. Kay steuert gezielt seine bewährten Spots an. Gibt dort Tipps. Versucht auf die Gegebenheiten hin zu weisen. Was es dabei zu beachten gäbe und mit was an diesem Spot zu rechnen wäre. Perfekt. Gleich am ersten Spot mit ihm ergibt sich eines meiner besseren Fotos. Aber beurteile selber …

„Out of Cam“
Ich werde es auf jeden Fall noch bearbeiten, denn meine Einstellungen bei der Kamera sind absolut neutral und eher etwas flacher, damit die Datei besser bearbeitbar bleibt.
Vorerst Bearbeitete Variante. Was denkst du?
Die anderen Bilder kommen noch. Denn die letzten Tage waren anstrengend und jetzt ruft das Bett … 😉

Mittagspause. Wir schwatzen über uns, um danach Kay wieder auszuquetschen.

Locationwechsel. Unterwegs gibt es ständige Hinweise seinerseits. Es wird grafischer. Kay spart auch hier nicht in seiner lockeren Art mit Tipps. Zur Location aber auch zum Kamerahandling. Perfekt. Ein weiteres gutes Bild im Kasten. Bin total Happy!

Beim Editieren im Kommod bin ich dann weniger happy. Kay verlangt doch allen Ernstes alle Bilder soweit aus zu sortieren bis zehn über bleiben. Mir stockt schier der Atem. Klar ist vieles Schrott. Dank Digitaltechnik ist der Finger des öfteren schneller als das Hirn. Doch nur Zehn?

Die schwierigste Disziplin des heutigen Tages. Ich bin über eine Stunde am Selektieren, Löschen und Ärgern, dass ich doch das falsche Bild gelöscht habe. Auf Anraten von Kay haben wir zunächst alle Fotos gelöscht, die wirklich nichts sind. Dann die, die deutlich schlechter sind, als die verbliebenen. Auch Serienaufnahmen werden so ausgemustert. Dann wird entschieden, welche ich in eine Galerie an die Wand hängen würde und welche reichen „nur“ für Instagram & Co. Geschafft! Zehn sind übrig.

Endgültig von der Rolle bin ich, als Kay erklärt, dass wir am nächsten Tag ebenso vorgehen wollen, um dann aus diesen zwanzig Bildern wieder zehn zu machen.

Sonntag, der 26. Mai 2019 / Tag 3

Der nächste Tag verläuft ähnlich. Mit dem Unterschied, dass wir bereits um 14:30 wieder im Kommod sind. Wie schon gesagt. Zehn raus suchen. Mit den Zehnen vom Vortag vereinen, um dann wieder zehn daraus zu machen. Mir steht der Schweiß auf der Stirn. Okay – es ist auch schwül. Aber das erklärt nicht sämtliche Schweißtropfen.

Was ich gerade mache war bisher für mich ein NoGo. Denn es könnte ja sein, dass bei nochmaliger durchsicht in Jahren, Wochen, Tagen mir andere Lichtgemälde mehr zusagen. Nichts die letzten Tage ist mir so schwer gefallen. Gleichzeitig breitet sich jedoch zunehmend ein Lächeln auf meinem Gesicht aus. Es ist richtig gut. Das Resultat Phantastisch.

Anstatt jeder Menge Fotos die Schrott, einigen, die Okay und wenigen, die gut sind, habe ich nur mehr Bilder, die mich freuen und begeistern. Das hat etwas befreiendes. Absolut!

Im Anschluss daran präsentieren wir unsere Werke unter den kritischen Blicken der Anderen. Wirklich gute STREETs. Phantastische STREETs. Wow!

Danke Kay!


Kay von Aspern

Wer auch mal einen Workshop mit Kay von Aspern besuchen will oder sich für Streetphotography interessiert klickt jetzt einfach auf www.von-aspern.com/workshops-und-coachings/


das Kommod

Wer in Wien ein Büro oder einen Meetingraum für einen kürzeren Zeitraum benötigt, für den wird das Kommod eine ausgezeichnete Adresse sein. Daher will ich Euch gerne dieses hier verlinken.


Airbnb-Host:

Ich nächtige diesmal bei Jaquelline. Für Besuche im Prater, aber auch für das Stadtzentrum die ideale Location. Sie selber ist äusserst zuvorkommend. Leider hatte ich zu wenig Zeit mich mit ihr und ihrer Familie länger zu unterhalten. Was zunächst etwas ungewohnt ist, ist, dass du über den Schlaf-Wohnraum in dein Zimmer gelangst. Das hatte mich zunächst etwas irritiert, doch es ist alles total unkompliziert und entspannt. Daher auf jeden Fall eine Empfehlung!

Hier noch der Link: https://www.airbnb.at/users/show/41555117


PS: zuletzt muss ich noch gestehen. Ich habe beschissen. Ich habe auf der SD den Riegel nach hinten geschoben und somit beim Kopiervorgang ein Löschen verhindert. Somit löschte ich zwar die Dateien auf dem Laptop, jedoch nicht die auf der Speicherkarte. Allerdings nickte Kay diesen Beschiss auch ab. Taten Alle. Ich jedenfalls habe sofort begonnen ähnlich vorzugehen. Ich habe einen Unterordner für den jeweiligen Tag erstellt mit dem Titel „bestof“. Da kommen jetzt alle unverzüglich hinein, die ich als die Besten erachte. Und aus diesem werden auch alle wieder gnadenlos in den anderen Ordner zurückgeschoben, wenn sie bei der zweiten Sichtung durchgefallen sind.

2 Replies to “Streetphotography / Kay von Aspern”

  1. Du zeigst aber hier doch noch deine Best of Auswahl. Bitte, bitte!

    Gefällt 1 Person

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