2026 | Osteuropa

4–5 Minuten

Ich bin unterwegs. Endlich. Zumindest einige Wochen werden es sein, wenn nichts anderes dazwischenfunkt. Derzeit sitze ich gerade in der Region Biebrza und laboriere etwas an meiner Achillessehne. Mein Körper ist es eben nicht mehr so gewohnt und … ja – ich werde älter und gehe inzwischen auf die sechzig zu.

Umbau und Aufbau von Pflaume

Das ganze Jahr 2025 habe ich in Pflaume investiert. Meine Gedanken, kreativen Prozesse, finanziellen Mittel, zeitlichen Ressourcen … alles widmete ich Pflaume. Ich war so sehr darauf fokussiert, dass alles andere daneben nachrangig wurde. Auch meine Blogbeiträge erreichten einen historischen Tiefststand. Nämlich NULL.

Das soll sich hiermit wieder ändern. Ich habe die Zeit mit dem Umbau von Pflaume sehr intensiv erlebt, sodass ich dir garantiert zu einem anderen Zeitpunkt davon berichten werde.

Wahl meiner Reiseziele

Parallel zum Ausbau musste ich ja meine Reise planen. Ich arbeite in einem Bereich, bei dem ich etwa alle fünf Jahre ein Sabbatical in Anspruch nehmen kann. Ich entschied mich für das Jahr 2026 und genau die aktuelle Zeit. Inzwischen sind bereits 25 Tage meines Sabbaticals vergangen und ich stecke mittendrin.

Als ich die Zeit meines Sabbaticals fixierte, stand noch nicht fest, wohin die Reise gehen sollte. Jedenfalls hatte ich mir einige Kriterien gesetzt:

– eher Norden und Osten als Süden und Westen
– eine Jahreszeit, die fotografisch etwas zu bieten hat
– Etappenziele mit fotografischer Relevanz
– etwas erleben, aber damit auch umgehen können
– leistbar muss es sein
– möglichst unbekanntes Terrain
– abseits der großen Touristenströme

Schlussendlich fokussierte ich mich auf entweder drei Monate im Frühling oder im Herbst. Dann wurde klar: entweder Skandinavien oder Osteuropa – mit dem Schwerpunkt Naturfotografie. Dafür brauche ich entlang der Reiseroute entsprechende Locations, die das auch hergeben.

es ist entschieden: Osteuropa

– mehr gut erreichbare Regionen, die im Frühjahr und Herbst fotografisch interessant sind
– weniger klassische Massentourismus-Ziele
– deutlich günstiger als Skandinavien oder auch Österreich

Doch welche Gegenden, welche Refugien und in welcher Reihenfolge?

Schnell kristallisierten sich Favoriten heraus. Darunter das Donaudelta, der letzte Urwald Europas in Białowieża, die Ostsee, der Anklamer Stadtbruch … immer mehr entwickelte sich die Reise zu einer Art Rundreise: zunächst in den Norden, an der Ostseeküste entlang, dann ein Bogen bis zur belarussischen Grenze, über die Karpaten zum Ziel Donaudelta und anschließend in einem südlichen Bogen über Ungarn zurück nach Österreich.

Das, was ich hier so locker niederschreibe, war ein Prozess, der sich über Monate zog und mehrfach über den Haufen geworfen wurde.

Reisevorbereitung

Ich wusste über viele der Länder, die ich bereisen wollte, schlicht zu wenig. Also begann eine intensive Recherche. Dabei habe ich meine Route mehrfach verworfen, angepasst und wieder neu gedacht. Manche Orte kamen erst sehr spät dazu – so auch Biebrza, also die Gegend, in der ich mich gerade befinde. Ich hatte noch nie davon gehört. Erst als klar war, dass ich von Anklam Richtung Białowieża möchte, suchte ich nach Zwischenstationen. Und was soll ich sagen – ich bin froh, dass ich mich dafür entschieden habe.

Mit der Entscheidung allein war es natürlich nicht getan.

Neben der Suche nach geeigneten Spots ging es auch darum, ein Gefühl für die Länder zu bekommen. Klassische Medien, Reiseberichte, Blogs und natürlich YouTube halfen dabei. Vieles davon bleibt zunächst abstrakt – aber es schafft Orientierung.

Ein weiterer Punkt war das Reisen mit Pflaume selbst. Als Fahrer eines Pickups mit Kabine stellen sich andere Fragen: Was gilt es in Polen zu beachten, was in Rumänien und in den Ländern, die ich vielleicht nur kurz durchquere?

Ich kann mir nicht alles merken, aber ich kann mir Anker setzen. Zu wissen „da war doch etwas“ reicht oft schon, um im richtigen Moment nachzuschauen und dann vor Ort Entscheidungen zu treffen.

Natürlich gehört auch die eigene Sicherheit dazu – und die von Pflaume. Ich habe einen Schutzbrief des ÖAMTC, Pflaumes Silberbüchse ist entsprechend versichert, und auch meine eigene Gesundheit habe ich im Blick behalten. Gemeinsam mit meiner Ärztin habe ich meine Reiseapotheke abgestimmt. Dinge, die man gerne übersieht – die aber im Ernstfall entscheidend sein können.

Auch das Gewicht war ein Thema. Ergebnis: ich bin gerade so an der Grenze. Sobald ich zurück bin, werde ich wohl über eine Auflastung nachdenken müssen – insbesondere, wenn es künftig noch weiter hinausgehen soll.

Du siehst: es gibt viel zu beachten. Ich werde im Laufe der Zeit immer wieder einzelne Aspekte meiner Vorbereitung herausgreifen und genauer darauf eingehen – auch, um zu zeigen, was funktioniert hat und was nicht.

…. und warum das Ganze?

In den Wochen, Monaten und Jahren zwischen der Entscheidung für diese Art zu Leben und dem tatsächlichen ersten Aufbruch zu meiner Probereise wurde mir zunehmend klar, wie fordernd diese Zeit für mich war. Der Umbau von Pflaume, die Planung der Reise, aber auch meine berufliche Situation verlangten mir einiges ab.

Mit der Zeit wurde spürbar, dass ich mich auf eine Grenze zubewegte. Keine, die sich plötzlich zeigt, sondern eine, die sich langsam ankündigt. Und ich hatte den Eindruck, dass es nicht klug wäre, diese zu überschreiten – weder körperlich noch mental. Ich war definitiv reif für diese drei Monate!

Warum ich diesen Weg gewählt habe, habe ich dir an anderer Stelle ausführlicher beschrieben.

Was daraus wird und wie ich das aktuell erlebe, wirst du in den nächsten Wochen und Monaten mitverfolgen können.


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2 Kommentare zu „2026 | Osteuropa“

  1. Lieber Robert, ich wünsche dir eine spannende und auch erholsame Zeit, viele besonders schöne Eindrücke, gut Licht und kumm gsund wiedr.

    1. Liebe Karin, vielen Lieben Dank für deine Grüße und Wünsche.
      Ich habe es vor am Stück zurück zu kommen und werde dich jedenfalls auf dem Laufenden halten … 🙋🏻‍♂️

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