Fragmente von Prag an den Bodensee – LESSONS LEARNED

Die Reise ist zu Ende. Die Story erzählt. Schriftlich wie mündlich. Ich hatte Höhen und Tiefen. Hatte wunderschöne Momente. Momente der Lebendigkeit und der Freude. Hatte aber auch Momente der Ratlosigkeit und der Überforderung. Inzwischen ist mehr als ein Monat vergangen. Die meisten Fotos sind noch nicht bearbeitet. Der Alltag hat mich wieder. Und mit ihm mein optimierungsbedürftiges Zeitmanagement.

Was bleibt ist die Gegenwart und der Blick in die Zukunft. Was habe ich aus dieser Radreise mitgenommen und gelernt. Was habe ich jetzt  –  mehr als einen Monat später  –  mir erhalten, was will ich weiter entwickeln, was weglassen, wie mit mir umgehen … ?


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Ich werde auf keinen Fall mehr mit so schwerem Gepäck eine Radreise mit so vielen Steigungen machen. Ich hatte alleine in 4 Tagen 4730 Höhenmeter bei einer zurückgelegten Strecke von ca. 340 km überwunden. Ich war dabei ganz klar an meine Grenzen gekommen. Das muss so nicht sein!

  1. Daher werde ich zukünftig für solche Strecken, die viele Höhenmeter und/oder unwegsames Gelände enthalten, meine Fotoausrüstung minimieren. Alleine diese wog etwas mehr als 7 Kilogramm.
  2. Ebenso werde ich mir ein leichteres Zelt und Isomatte zulegen. Ebenso werde ich keine Gewebeplane mitnehmen, sondern etwas Leichteres. Entweder ein leichtes Tarp oder eine Elefantenhaut. Damit spare ich bereits 2 Kilogramm.
  3. Sollte ich abermals zu Zeiten unterwegs sein, an denen es so warm ist, werde ich nur in Sandalen radeln. Die Schuhe, die ich zur Reserve mit hatte, nahmen mir nur Platz weg. Ich hatte sie keine Sekunde lang an. Wieder ein Kilogramm weniger.
  4. Ich werde mir für Strecken, die es zulassen bzw. das Gewicht eher egal ist einen Einrad-Hänger zulegen. Ich weiß noch nicht welchen, wäre daher für entsprechende Tipps dankbar …. Wichtig wäre wohl einer, der möglichst „geländegängig“ ist. Damit er mich nicht hindert.

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Ich werde keinesfalls mehr bereits am Anfang meiner Fahrt so sehr an meine Grenzen gehen, wie ich es dieses mal gemacht hatte.

Die Zeit in Begleitung war schön und wir hatten Spaß zusammen. Wir konnten uns gegenseitig motivieren und wenn eine(r) nicht mehr so konnte oder wollte, dann half der/die Andere. Das war ein tolles Erlebnis und ich möchte es nicht missen. Dennoch würde ich zukünftig mehr darauf achten, meine Grenzen nicht bereits am Anfang so aus zu reizen. Ich glaube nämlich, dass die körperlichen Beschwerden, die ich zum Schluß hatte auch auf die Anstrengungen davor zurück zu führen waren. Das muss nicht sein!

Lieber langsamer anfangen, um sich dann steigern zu können. Ich hatte mir auch deutlich weniger und andere Ruhepausen gegönnt, als ich es sonst mache. Geschuldet war dies dem Diktat der Kilometer.


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Aufgrund meiner derzeitigen körperlichen Verfassung bin ich derzeit sicher nicht der Fitteste und ganz sicher nicht so fit wie ich es schon war. Aufgrund des Knies werde ich meinen früheren Level auch nie mehr erreichen.

Ich muss demnach anfangen ernsthaft zu trainieren. Einerseits durch regelmäßige Fahrten mit dem Pedelec, andererseits …. durch ?

Das heißt ich muss mir einen Plan erstellen und mich daran halten. Disziplin ist das magische Wörtchen, das ich mir wieder aneignen muss. Wie ich das Schaffe? Noch keine Ahnung … das wichtigste wird sein: dran bleiben! Dazu benötige ich wieder die innere Ruhe und Kraft, die mir früher zu eigen war. Ich werde daher mein Leben – beruflich wie privat – etwas umkrempeln müssen!

Ich habe mich daher dazu entschlossen beruflich kürzer zu treten. Was das schlussendlich bedeuten mag weiß ich noch nicht ….. Auch bin ich aktuell auf intensiver Wohnungssuche. Ich brauche ein Zuhause, dass sich auch so anfühlt. 


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Ich habe mich für diese Art zu Reisen entschieden, weil ich etwas erleben will. Weil ich möglichst nah an Land und Leute kommen möchte. Weil ich die Atmosphäre eines Landes einatmen will. Weil ich Fotografieren will. Weil ich aus dem hektischen Alltag ausbrechen und in einen Flow kommen will, der mich umschließt und mich trägt. Dabei genieße ich es mich körperlich zu betätigen. Genieße den Fahrtwind und dass ich frei von Chassis und Glas langsam und beständig meinem Tagesziel entgegen fahre.

Die Reise von Prag bis an den Lipno entsprachen eher dem Motto möglichst viele Kilometer pro Tag zu schaffen und erst wenn die Kilometer passen war es ein guter Tag. Das entspricht nicht meiner Intention.

Die nächste Reise mit meinem Pedelec steht bevor. In welche Welten wird mich diese wohl entführen? Welche Gerüche und Geräusche werde ich wahrnehmen? Was werde ich empfinden? Ich weiß es noch nicht …. und das ist gut so!


2 Replies to “Fragmente von Prag an den Bodensee – LESSONS LEARNED”

  1. Das erste Foto – in Blau – sieht aus wie meine Cyanotypien. Es ist wunderschön!

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