Heute Morgen um 04:00 zwitschert mein Wecker. Aller Aufregung zum Trotz habe ich wahrhaftig geschlafen. Der Wecker zwitschert auch um fünf Minuten nach vier. Insgesamt tut er dies noch drei mal bis ich gezwungenermaßen wirklich aufstehe. Gepackt hatte ich bereits gestern.
Die Fahrt von Bregenz nach Linz ist fast wie immer. Schon gefühlte tausendmal zurückgelegt.
Im Zug von Linz nach Prag. Nervös. Freudig erregt. Habe noch gut drei Stunden vor mir, dann habe ich mein Ziel und meinen Startpunkt zugleich erreicht.
Es steigt ein weiterer Radfahrer ein. dann geht er wieder raus und kommt mit noch einem Rad. Eine Familie. Ich nicke ihnen zu. Ihre Tochter lugt verschämt unter ihrem Helm hervor. Dreht sich weg. Ich bin wohl doch nicht interessant genug.
Bin müde. Noch zwei Stunden.
Ich schrecke hoch. Der Schaffner fragt nach meinem Ticket. Ich bin wohl weggenickt. Noch anderthalb Stunden.
Noch eine Stunde. Ich bin durstig. Es kommt eine junge Hostess. Denke mal das heisst so im Zug. Hat nur so süßes Zeug. Und Kaffee. Ich nehme einen. Kämpfe mit dem wachbleiben. Es ist schwül und ich bin müde. Keine gute Kombination.

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Endlich. Aus dem Lautsprecher schallt es „Praha“. Ich lade zunächst mein Gepäck aus. Dann das Rad. Die erste Etappe meiner Reise habe ich schon mal hinter mir. Jetzt Vaclav anrufen. Erreiche ihn nicht und sende eine SMS. Hoffe, dass er sie rechtzeitig liest.
Mit dem schlampig vollgeladenen Pedelec über Kopfsteinpflaster. Ich merke bald, dass das keine gute Idee ist. Aber es geht sich aus. Nach 15 Minuten bin ich beim Host. Nur Vaclav nicht. Rufe nochmals an. Da kommt er schon ums Eck.

Das Zimmer ist angenehm kühl. Dunkel. Einfach. Billig. Perfekt. Vaclav zeigt mir Toilette und Dusche auf dem Gang. Dann gibt er mir die Schlüssel. Vier Stück. Für jede Tür einen anderen.
Zieh mich aus und lass mich auf’s Bett fallen. Kurz danach schlafe ich.
Bin hungrig. Finde die Cabanossi, die ich noch nicht gegessen habe. Trockenes Brot dazu. Muss erst mal reichen.
Kurz nach sieben mach ich mich auf meine erste Fototour. Kaufe mir noch ein 72 Stunden Ticket für die Öffis. Durchstreife die Gegend in der meine Absteige liegt. Etwas heruntergekommen. In der Nähe ist aber ein grosses Marktgelände. Zumeist billiger Ramsch. Aber auch günstig zu Essen.

Straßenbahnhaltestelle ist gleich ums Eck. Perfekt. Bin zufrieden und kehre zu meinem Host zurück. Ist auch bereits dunkel und ich lass es für heute gut sein.

© Robert Koschnick
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